Was Corporate Carsharing ist — und was es nicht ist
Corporate Carsharing bezeichnet unternehmenseigene Fahrzeuge, die mehrere Mitarbeitende über ein digitales Buchungssystem gemeinsam nutzen — mit Self-Service-Reservierung, häufig schlüssellosem Zugang und laufender Auslastungsauswertung. Der Begriff grenzt sich in drei Richtungen ab.
Gegenüber öffentlichem Carsharing (Anbieter wie Sixt Share oder stationsbasierte Stadtteilautos): Beim Corporate Carsharing gehören oder least das Unternehmen die Fahrzeuge selbst. Es geht um interne Auslastungssteuerung der eigenen Flotte, nicht um ein öffentliches Mobilitätsangebot Dritter.
Gegenüber klassischen Poolfahrzeugen: Der Unterschied liegt in der Software, nicht im Fahrzeug. Ein Poolfahrzeug wird zum Corporate-Carsharing-Fahrzeug, sobald Buchung, Zugang und Auswertung digital und selbstständig durch die Fahrenden erfolgen, statt über Zuruf oder eine Excel-Liste am Empfang. Details zur Buchungssoftware selbst finden Sie in der Poolfahrzeugverwaltung — dieser Artikel bleibt bewusst auf der Ebene der Anbieterauswahl.
Gegenüber Dienstwagen: Ein Dienstwagen ist einer Person fest zugeordnet. Ein Corporate-Carsharing-Fahrzeug wechselt die Nutzenden, an manchen Standorten mehrmals täglich.
Unternehmen stellen typischerweise um, wenn eine wachsende Flotte fester Fahrzeuge bei gleichzeitig sinkender oder schwankender Auslastung eine Reservierungslogik statt Zuruf-Buchung braucht — oder wenn die Zahl der Standorte wächst und ein zentraler Überblick über freie Fahrzeuge fehlt.
Für welche Unternehmen es sich rechnet
Corporate Carsharing rechnet sich über Auslastung, nicht über Software-Features. Eine Beispielrechnung macht den Mechanismus sichtbar.
Ein Unternehmen mit 20 klassischen Poolfahrzeugen und rund 35 % durchschnittlicher Auslastung führt ein Buchungssystem mit Self-Service-Reservierung ein. Steigt die Auslastung dadurch auf 50–55 %, genügen rechnerisch 13–14 Fahrzeuge für dasselbe Fahrtenvolumen — eine Größenordnung von vier bis sechs eingesparten Fahrzeugen. Bei rund 6.000 € Jahreskosten je Fahrzeug (Leasing, Versicherung, Wartung, Steuer) ergibt das ein Einsparpotenzial im mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr, dem die Kosten für Software und Zugangshardware gegenüberstehen. Das ist eine Modellrechnung zur Einordnung, keine für jeden Fuhrpark geltende Zahl.
Rechnet sich in der Regel: für Unternehmen mit mindestens 15–20 Poolfahrzeugen an einem oder wenigen Standorten und planbarem, aber schwankendem Bedarf — Außendienst, Werksverkehr, Verwaltungsfahrten zwischen Abteilungen.
Rechnet sich eher nicht: bei stark unregelmäßigem Bedarf ohne Vorlauf (Projektspitzen, Saisonarbeit) — dort ist die Reservierungslogik schwerer planbar als flexible Kurzzeitmiete. Und bei verteilten Kleinstandorten mit je ein bis zwei Fahrzeugen: Dort bringt ein Buchungssystem mehr Transparenz, aber kaum Einsparpotenzial, weil es je Standort schlicht kein zweites Fahrzeug zum Umverteilen gibt.
Anbieterüberblick: Corporate-Carsharing-Software im Vergleich
Sechs Anbieter, wie sie tatsächlich am Markt stehen — inklusive zweier Zusammenhänge, die in einer sauberen Auswahl eine Rolle spielen: Carano und Carwise sind seit der Übernahme von Carano Software Solutions durch die niederländische CarWise Holding im Dezember 2025 dieselbe Unternehmensgruppe, Fleethouse ist deren eigenes Einstiegsprodukt für kleinere Flotten. Und Avrios gehört seit der Fusion mit Vimcar zur Shiftmove-Gruppe.
| Anbieter | Betriebsmodell | Preismodell | Besondere Stärke | Typische Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|
| Fleetster | SaaS (Cloud) | Gestaffelt: 5 € / 10 € / 15 € pro Fahrzeug/Monat (Jahresabrechnung; monatlich +25 %) | Granulares Buchungsregelwerk, herstellerunabhängiges Schlüsselmanagement, ausgeprägter E-Mobility-Fokus | Kleine bis große Poolflotten ohne eigene IT-Infrastruktur |
| Carano / Carwise | SaaS (CaranoCloud); Kernsystem Fleet+ zusätzlich on-premise/Intranet | Nicht öffentlich ausgewiesen, auf Anfrage | Gesamtpaket aus Buchung, 24/7-Zugangshardware und Halterhaftungs-Compliance | Große, komplexe Flotten ab ca. 100 Fahrzeugen, Kommunen, Fuhrpark-Dienstleister |
| Fleethouse | SaaS (Web + App), kein On-Premise | Öffentlich gelistet: ab 9,90 €/Fahrzeug/Monat (erste 20 Fzg.) zzgl. 0,75 €/Fahrer/Monat | Transparente Preisliste, modulares Pay-as-you-use ohne Einrichtungsgebühr | Kleinere und mittlere Flotten — das Einstiegsprodukt derselben Unternehmensgruppe wie Carano/Carwise |
| WeGo | SaaS (Cloud), White-Label-App | Nicht öffentlich ausgewiesen, auf Anfrage | Marken- und fahrzeugunabhängige Plattform, White-Label, API-Anbindung an HR-/ERP-Systeme | KMU bis Konzerne, Kommunen, Gesundheitseinrichtungen, international (7 Länder) |
| Avrios | SaaS (Cloud), browserbasiert | Nicht öffentlich ausgewiesen, modulare Staffelpreise pro Fahrzeug/Monat | KI-gestützte Dokumentenverarbeitung, getrennte Sichten für Fuhrparkleitung und Finance | Flotten ab ca. 20 Fahrzeugen; seit der Fusion mit Vimcar Teil der Shiftmove-Gruppe |
| MobilityManager | On-Premise, Docker oder Private Cloud, mandantenfähig | Einmallizenz: Essentials 98 €/Fzg. (ab 5), Professional 198 €/Fzg. (ab 10), Enterprise auf Anfrage; Miete ab 10 €/Fzg./Monat | Carsharing als Teil einer vollständigen Fuhrparksoftware statt Insellösung, Datenhoheit auf eigener Infrastruktur | Unternehmen & Behörden mit Anspruch an Datenstandort und Betriebsmodell-Kontrolle |
Stand: September 2026. Alle Angaben zu Wettbewerbern direkt auf den jeweiligen Anbieter-Websites geprüft; wo dort kein konkreter Preis ausgewiesen ist, steht „auf Anfrage“ statt einer Schätzung.
Fleetster
Fleetster (Next Generation Mobility GmbH & Co. KG, München) ist reine SaaS-Software mit öffentlich gelisteten Pro-Fahrzeug-Preisen — die einzigen unter den hier genannten Wettbewerbern, die eine konkrete Preisliste ohne Anfrage zeigen. Für Unternehmen, die Carsharing rein aus der Cloud beziehen wollen, ohne eigene IT-Infrastruktur zu betreiben, ist Fleetster eine naheliegende, ausgereifte Wahl — hier ist Fleetster die passendere Option als MobilityManager, dessen Lizenzmodell auf eigenem Betrieb aufbaut. Website ↗
Carano / Carwise
Carano Software Solutions (Berlin) gehört seit Dezember 2025 zur CarWise Group. Das Carsharing-Modul CaranoCloud läuft als SaaS, das breitere Fuhrparksystem Fleet+ ist wahlweise auch als Intranet-Installation verfügbar. Der Anbieter positioniert sich für große, komplexe Flotten mit eigener Zugangshardware — für Konzernflotten im vierstelligen Fahrzeugbereich mit ausdifferenziertem Rollen- und Hardwarebedarf oft die konsequentere Wahl als ein Mittelstands-orientiertes System. Website ↗
Fleethouse
Fleethouse ist das zweite Produkt derselben Unternehmensgruppe wie Carano/Carwise, ausdrücklich für kleinere Flotten positioniert. Öffentlich gelistete Preise ab 9,90 €/Fahrzeug/Monat und ein modulares Pay-as-you-use-Modell machen es zu einer der wenigen Optionen mit vollständig transparenter Preisstruktur für den Einstieg. Website ↗
WeGo
WeGo (Amsterdam, DACH-Standort Kaiserslautern) setzt auf eine marken- und fahrzeugunabhängige, White-Label-fähige Plattform mit API-Anbindung an bestehende HR- und ERP-Systeme. Für Unternehmen, die die Buchungs-App im eigenen Corporate Design und tief in bestehende Personalsysteme integriert ausrollen wollen, ist das ein Argument, das die hier verglichenen Anbieter in dieser Form nicht bieten. Website ↗
Avrios
Avrios (ursprünglich Zürich) ist seit der 2023 von Battery Ventures eingefädelten Fusion mit Vimcar Teil der Shiftmove-Gruppe; die deutsche Avrios-Gesellschaft ist 2025 rechtlich in die Shiftmove GmbH verschmolzen. Auf der eigenen Website führt Avrios Corporate Carsharing als Zusatzfunktion zum breiteren Fuhrparkmanagement, mit KI-gestützter Dokumentenverarbeitung als Differenzierungsmerkmal. Website ↗
MobilityManager
MobilityManager unterscheidet sich von allen fünf genannten Anbietern im Betriebsmodell: Einmallizenz statt Abo, Betrieb on-premise, per Docker oder in einer Private Cloud Ihrer Wahl, mandantenfähig für mehrere Standorte oder Gesellschaften. Carsharing ist dabei kein Zusatzmodul, sondern Teil einer durchgängigen Fuhrparksoftware — mit derselben Fahrzeug- und Fahrerakte, die auch Wartung, Schäden und Verträge führt. Details zur Buchungsfunktion selbst finden Sie in der Poolfahrzeugverwaltung.
Zehn Fragen an jeden Anbieter
Als Fragenkatalog formuliert, damit sich die Liste unverändert in eine Ausschreibung oder einen Anbietervergleich übernehmen lässt.
- Betriebsmodell und Datenstandort: Läuft die Software als SaaS beim Anbieter, on-premise bei Ihnen, oder wahlweise — und wo genau liegen Buchungs- und Standortdaten?
- Schnittstellen: Welche Anbindungen an Telematik, Tankkarten, HR- und ERP-System gehören zur Standardintegration, welche kosten extra?
- Zugangssysteme und Schlüssel: Funktioniert der Zugang über App, RFID-Karte oder Schlüsselkasten — und ist die Hardware herstellergebunden?
- Genehmigungsworkflows: Lässt sich eine Buchung an eine Freigabe koppeln (Vorgesetzte, Kostenstelle), und wie viele Stufen sind konfigurierbar?
- Mehrstandortfähigkeit: Sieht ein Nutzer nur die Fahrzeuge seines Standorts, oder auch freie Fahrzeuge benachbarter Standorte?
- Auslastungsauswertung: Welche Kennzahlen liefert das System serienmäßig — Auslastungsgrad je Fahrzeug, Leerstandszeiten, Stornoquote?
- Fahrtenbuch: Entsteht aus jeder Buchung automatisch ein Fahrtennachweis, und erfüllt er die formalen Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch?
- Abrechnung interner Kostenstellen: Lässt sich jede Fahrt einer Kostenstelle oder einem Projekt zuordnen, und wie detailliert ist der Export fürs Controlling?
- Rollenkonzept: Wer darf Fahrzeuge freigeben, fremde Buchungen einsehen oder stornieren — und lässt sich das je Standort unterschiedlich einstellen?
- Exit und Datenexport: In welchem Format lassen sich alle Buchungs-, Fahrzeug- und Fahrerdaten bei Vertragsende exportieren, und wie lange bleiben sie danach beim Anbieter gespeichert?
Ein Kriterium fehlt in den meisten Ausschreibungsvorlagen, obwohl es die Datenqualität im Betrieb entscheidet: Wie melden Fahrende Auffälligkeiten — Kilometerstand, Schäden, ein verschmutztes Fahrzeug — direkt aus der App, ohne dass die Verwaltung hinterhertelefoniert? MobilityManager bündelt das im Modul Fahrer-Self-Service; fragen Sie bei jedem Anbieter konkret danach, statt es unter „App-Funktionen“ abzuhaken.
Einführung in sechs Schritten
- Bedarfsanalyse: Fahrzeuge zählen, tatsächliche Auslastung über mehrere Wochen messen statt schätzen, Standorte und Nutzergruppen erfassen. Häufigster Fehler: Die Auslastung wird geschätzt statt gemessen, und die Zielgröße basiert auf Bauchgefühl statt Buchungsdaten.
- Fahrzeugauswahl: Festlegen, welche Fahrzeuge ins Poolmodell wandern, mit welchem Elektrifizierungsgrad und welcher Ausstattung je Nutzungsart. Häufigster Fehler: Die ältesten, am wenigsten gepflegten Fahrzeuge werden „notgedrungen“ in den Pool verschoben — das untergräbt die Akzeptanz von Anfang an.
- Nutzungsregeln und Car Policy: Verbindlich festlegen, wer buchen darf, ob private Mitnutzung erlaubt ist und welche Stornofristen gelten. Häufigster Fehler: Die Regeln entstehen erst nach dem Rollout, wenn der erste Konflikt bereits eskaliert ist.
- Betriebsrat und Datenschutz: Mitbestimmung nach §87 BetrVG einholen — Buchungs- und Standortdaten sind grundsätzlich zur Verhaltens- und Leistungskontrolle geeignet — und die Datenschutz-Folgenabschätzung klären. Häufigster Fehler: Der Betriebsrat wird informiert statt eingebunden, was die Einführung um Monate verzögert.
- Pilotbetrieb: Mit einem Standort oder einer Fahrzeuggruppe testen und Feedback aktiv einholen, nicht nur Beschwerden entgegennehmen. Häufigster Fehler: Der Pilot läuft unter vier Wochen — zu kurz, um wochentags- oder saisonabhängige Muster überhaupt sichtbar zu machen.
- Rollout: Stufenweise auf weitere Standorte ausweiten, mit Kommunikation und Schulung statt einer stillen Umstellung. Häufigster Fehler: Alle Standorte starten gleichzeitig, der Support-Kanal ist in Woche eins überlastet, und niemand verfolgt die frühen Probleme sauber nach.
Schritt drei und vier hängen eng zusammen: Nutzungsregeln, die später als versionierte Car Policy geführt werden sollen, lassen sich gleich in diesem Format entwerfen — siehe Car-Policy & Fahrzeugabruf. Und weil Buchungs- und Standortdaten personenbezogen sind, lohnt sich vor dem Pilotbetrieb ein Blick auf die DSGVO-Anforderungen an Fuhrparksoftware — nicht erst, wenn der Betriebsrat danach fragt.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Vier Kostenblöcke, von denen mindestens einer in den meisten Angeboten fehlt.
Lizenz oder Abo: bei SaaS-Anbietern ein laufender Betrag pro Fahrzeug und Monat, bei MobilityManager wahlweise eine Einmallizenz oder Miete ab 10 €/Fahrzeug/Monat — die vollständige Aufstellung nach Edition steht unter Preise & Editionen.
Hardware für Zugangssysteme: Schlüsselkästen, RFID-Leser oder Telematikboxen für schlüssellosen Zugang — bei den meisten Anbietern separat zu beschaffen und selten im Softwarepreis enthalten.
Betrieb: Bei SaaS ist das Hosting im Preis eingepreist; bei On-Premise-Betrieb kommen eigene Server- oder Cloud-Kosten hinzu, dafür entfällt die laufende Lizenzgebühr.
Interne Aufwände: Projektzeit für Bedarfsanalyse und Pilotbetrieb, Schulung bei hoher Personalfluktuation, laufende Pflege der Car Policy.
Was in Angeboten meist fehlt: die interne Projektzeit für Bedarfsanalyse und Pilot, Wartung und Batteriewechsel an Schlüsselboxen, sowie der wiederkehrende Schulungsaufwand, wenn Standorte oder Nutzergruppen häufig wechseln. Kalkulieren Sie diese Positionen separat, statt sie im Angebot des Anbieters zu erwarten.
Ob sich die Rechnung für Ihre Flotte trägt, lässt sich am schnellsten an konkreten Zahlen prüfen: In einer 30-minütigen Demo werden Ihre Standorte, Fahrzeuge und Nutzergruppen einmal durchgerechnet, bevor Sie überhaupt einen Anbieter auswählen.
Corporate Carsharing Software: Fragen & Antworten
Zuverlässigkeit lässt sich nicht an einem Anbieternamen festmachen, sondern an überprüfbaren Kriterien: Wie lange ist der Anbieter am Markt, welche Referenzen nennt er öffentlich, welches SLA gilt für Support und Verfügbarkeit, und wie transparent ist die Preisstruktur? Fleetster verweist auf Telekom als Referenz, Carano/Carwise auf die BVG, WeGo auf King County. Bei On-Premise-Betrieb wie MobilityManager liegt die Verfügbarkeit zusätzlich in der eigenen Hand. Prüfen Sie Referenzen und SLA konkret, statt sich auf Werbeaussagen zu verlassen.
Ordnen Sie zuerst Flottengröße und Betriebsmodell-Anspruch: Unter 20 Fahrzeugen und reiner SaaS-Wunsch spricht für schlanke Anbieter wie Fleethouse oder Fleetster; ab rund 100 Fahrzeugen mit komplexer Hardware für Carano/Carwise; bei Anforderungen an Datenstandort oder On-Premise-Betrieb für MobilityManager. Gehen Sie danach die zehn Auswahlkriterien aus diesem Artikel als Fragenkatalog durch — er lässt sich direkt in eine Ausschreibung übernehmen.
Die Spanne ist groß, weil Preismodelle kaum vergleichbar sind: Fleethouse startet öffentlich bei 9,90 € pro Fahrzeug und Monat, Fleetster gestaffelt bei 5–15 €. Carano/Carwise, WeGo und Avrios nennen keine öffentlichen Preise. MobilityManager verkauft die Lizenz einmalig ab 98 € pro Fahrzeug (Essentials) oder least ab 10 €/Fahrzeug/Monat. Dazu kommen Hardware, Betrieb und interner Aufwand — siehe die Preise & Editionen im Detail.
In der Regel ja, wenn ein Betriebsrat besteht. Buchungssysteme erfassen, wer wann welches Fahrzeug nutzt — das ist nach §87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG grundsätzlich zur Verhaltens- und Leistungskontrolle geeignet und damit mitbestimmungspflichtig, unabhängig davon, ob eine Kontrolle beabsichtigt ist. Parallel braucht die Verarbeitung dieser personenbezogenen Daten eine DSGVO-Bewertung. Beides gehört an den Anfang des Projekts, nicht an dessen Ende.
Poolfahrzeuge ist der ältere, weiter gefasste Begriff für unternehmenseigene Fahrzeuge, die sich mehrere Mitarbeitende teilen — historisch oft per Zuruf, Excel-Liste oder Schlüsselkasten organisiert. Corporate Carsharing meint dasselbe Grundprinzip, umgesetzt mit Software: Self-Service-Buchung, häufig schlüsselloser Zugang, automatische Auslastungsauswertung. In der Praxis verwenden Anbieter und Kunden beide Begriffe heute weitgehend synonym; entscheidend ist, ob ein System dahintersteht.
Wie Corporate Carsharing im Betrieb aussieht, lässt sich in der Live-Demo direkt ausprobieren.
